Brief vom Provizial

Der Provinzial der Oblaten M.I.


Provinzialat der Oblaten, Klosterstraße 5, D-36088 Hünfeld

Provinzial Boblaten.de www.oblaten.org


Mein lieber Johnastine,


Liebe Mitbrüder, liebe Mazenodfamilie und alle die, die dem Charisma des Heiligen Eugen verbunden sind.


Jedes Jahr am 21. Mai feiern wir das Hochfest unseres Ordensgründers. An diesem Tag danken wir Gott für das Charisma des hl. Eugen, in dem und das wir leben dürfen. Dieses Charisma ist Ausdruck des Evangeliums. An unserem Festtag sind wir Oblaten mit Herz und Gebet, mit allen Mitbrüdern und unserer charismatischen Ordensfamilie auf der ganzen Welt verbunden.


Wir als Mazenodfamilie wollen wachsen. Aus diesem Grund gibt es die Gebetswoche für Oblatenberufe", die jedes Jahr vom 21. Mai bis zum Fest des seligen Joseph Gerard, dem 29. Mai, stattfindet. Die Materialien für diese Gebetswoche wurden vorbereitet und uns vom Berufungsteam zu Verfügung gestellt. Damit folgen wir der biblischen Aufforderung Arbeiter für die Ernte" zu erbitten. Unsere Oblation und die Ordensregel erinnern uns daran, dass wir uns über das Gebet hinaus engagieren müssen, wenn wir wachsen wollen. Wir müssen andere einladen, eine Berufung in der Mazenodfamilie als Oblatenbruder, Pater, Oblatin oder Assoziierter/ Assozilerte in Betracht zu ziehen, Dazu fordere ich Euch in diesem Jahr wieder besonders auf.


Wir selber sind in unsere Kongregation eingetreten oder haben das Versprechen als Assoziierte abgelegt, als Antwort auf den Ruf Jesu: „Komm, folge mir nach". Wir haben vor kurzem am, „Gute-Hirte- Sonntag (4. Sonntag der Osterzeit) wieder gehört und haben über die Jahre gelernt und wissen, dass unsere Berufung beinhaltet, dass ER uns sagt: Wenn ihr mich liebt, weidet meine Schafe". In Nachahmung des Guten Hirten verlassen wir die Neunundneunzig, um das eine verlorene Schaf zu suchen". Wenn wir in unser Umfeld schauen, scheint es zurzeit, dass das Gegenteil der Fall ist. Nur wenige bleiben im Schafstall und die Neunundneunzig" verlassen die kirchliche Gemeinschaft!


Anscheinend braucht es in unserem Handeln einen Perspektivwechsel. Vielleicht sollten wir als missionarische Gemeinschaft in der heutigen Zeit und in unserem Umfeld ein weiteres BILD für unsere Berufung in den Fokus stellen.


Bevor Jesus Petrus bat, die Schafe zu weiden", sagte er zu ihm und Andreas: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen." Wir haben hier zwei Bilder unserer Berufung: die des Hirten und des Fischers. Wenn man genau schaut, dann ergänzen sie sich in ihrer Unterschiedlichkeit. Einem Hirten wird eine Herde anvertraut und er fördert ihren Glauben und begleitet sie. Ein Zeichen für die Reife der Herde oder der Mitglieder der Kirche ist sicherlich ihre Fähigkeit, missionarisch" zu werden, wie Eugen von Mazenod und jetzt verstärkt auch Papst Franziskus in Erinnerung rufen.

Vielleicht ist ein Fischer von Natur aus wagemutiger. Er muss jeden Tag hinausgehen, um neue Fische zu fangen! Ein Hirte kümmert sich und bleibt. Ein guter Hirte kennt seine Schafe und neue Lämmer werden in die Herde geboren. Der Fischer dagegen muss jeden Tag Ausschau nach Fischen halten. Er muss auf das Meer, den See oder den Fluss hinausfahren, um sie zu suchen.


Jesus wählt seine Jünger nicht nur aus, um sein Volk zu hüten, sondern auch, um hinauszugehen und Menschen aus allen Völkern zu fischen. Unsere oblatische Mission ähnelt eher der von Fischern. Daher meine Aufforderung, uns auf dieses Bild der Berufung zu fokussieren. Lasst uns wieder neu lernen, hinaus zu gehen. Wir sollten unsere Sendung als Menschenfischer" annehmen und immer mehr in sie hineinwachsen.


Fischer wissen, wie man zusammenarbeitet. Ein Hirte kann alleine leben. Fischer müssen zusammenarbeiten, um Fische zu fangen. Lasst uns neu lernen - so wie es unser letztes Generalkapitel in besonderer Weise betont-GEMEINSAM unsere Mission zu erfüllen, Lasst uns wie Petrus gemeinsam mit anderen arbeiten und dem Herrn folgen, der zu Petrus sagte: „Fahr hinaus ins tiefe Wasser! Dort werft eure Netze zum Fang aus!".


Petrus und seine Gefährten hatten die ganze Nacht nichts gefangen. Aber als sie auf die Anweisung Jesu hörten, fingen sie eine große Menge Fische! Lasst uns immer wieder neu NEIN zu Entmutigungen sagen. Lasst und GEMEINSAM neu auf die Stimme Jesu hören. Wir müssen sofort handeln, wenn er uns sagt, wir sollen unsere Netze auf die andere Seite des Bootes werfen. So sind wir bereit, wenn Gottes Gnade die Herzen der Menschen berühren will. So können wir vielleicht Berufungen finden und begleiten, wo wir sie selber nicht für möglich gehalten hätten.


Wir müssen wieder lernen, gemeinsam Mut zu schöpfen und dorthin zu gehen, wo die „Fische" sind. Wir können nicht einfach in unseren Niederlassungen, Pfarreien oder Assoziiertengruppen bleiben und nur unsere kleine Provinz" sehen. Lasst uns neu in die Welt hinausgehen und die Frohe Botschaft verkünden". Machen wir uns auf, um die Menschen in den Familien, auf den Plätzen unserer Dörfer und Städte und auch in der digitalen Welt zu finden. Dort sind Menschen, die aus der Herde weggegangen sind und von der Kirche oder sogar von Gott nichts mehr erwarten. Manche haben sogar - auch bei uns in Europa-noch nie von ihm gehört.


Ich hoffe und bete, dass wir mit den Aufbrüchen in unserer Provinz und mit den Impulsen des Generalkapitels unseren Blickwinkel ändern können und konkrete Wege finden werden, um unsere Netze zu flicken. „Die Netze" der Provinz und Kongregation wiederherzustellen, zu verbessern, zu


vervollkommnen und anzupassen, damit wir sie wieder gemeinsam in die Tiefe werfen können. Beten wir, dass viele Menschen das missionarische Charisma Eugens für sich entdecken und mit uns


leben und teilen wollen. Menschen, die mit uns zuerst Fischer" sein wollen, bevor wir gemeinsam Hirten" werden können.


Der Anweisung des Herrn an Petrus, die Schafe zu weiden", geht der Anweisung Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen" voraus. Das galt für Petrus und die Apostel, das gilt für uns als charismatische Mazenodfamilie. Uns, die wir uns bemühen, dass gemeinschaftliche und missionarische Leben so zu leben, wie es dem heiligen Eugen von Mazenod vorschwebte und dessen Hochfest wir am 21. Mai feiern.


Ich wünsche Dir und uns ALLEN einen schönen Feiertag. Im Gebet verbunden


Patar Felix

Provincial


Hünfeld, 01. Mai dem Gedenktag des heiligen Josef dem Arbeiter

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